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Eltville

ESWE-Linie 5 schon vor dem Start ein Rohrkrepierer

„Leider kann ich die Euphorie um die Linie 5, die den Verkehrsdezernenten des Rheingau-Taunus-Kreises sowie den Geschäftsführer der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft (RTV) befällt, nicht teilen,“ so der Eltviller FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Scholl zur Veröffentlichung des Winterfahrplans.

Foto: ESWE-Verkehr

OV-Eltville 5.12.2017 -

Kooperation braucht Vorzeigeobjekt

RTV und ESWE hätten voreilig eine Kooperation angekündigt und dann ein Vorzeigeprojekt gebraucht, für dass die eigentlich gute Busanbindung der Eltviller Stadtteile Martinsthal und Rauenthal geopfert worden sei.
Die getroffene Vereinbarung sei ein Rückschritt und bringe den beiden Stadtteilen keinen Vorteil.

Busplanung als Schildbürgerstreich

Zum einen sei da die Erklärung der ESWE, dass Rauenthal aus wirtschaftlichen Gründen nur mit Gelenkbussen angefahren werde könne und der Busfahrer in Rauenthal dann seine Pause zu machen habe.
Damit werde das Ganze zum Schildbürgerstreich, so Scholl, denn ein Bus dieser Größenordnung könne nur an der Endhaltestelle am Ortsausgang parken ohne den fließenden Verkehr zu behindern.
Mangels Wendemöglichkeit werde die Haltestelle am Ortsende damit aber auch zur einzigen Haltestelle für die Fahrgäste aus Wiesbaden.
Ob der Einsatz von Gelenkbussen tatsächlich notwendig sei, müsse bezweifelt werden, so Scholl. Er selbst habe bisher in Wiesbaden nicht einen Gelenkbus auf der Linie 5 beobachtet.

Jugendliche nachts vom ÖPNV abgehängt

Noch gravierender sei es, dass mit dem Wechsel zur Linie 5 die beiden Nachtfahrten (0.00 Uhr/01.00 Uhr) am Wochenende künftig wegfallen. Wer das Freizeitverhalten der Jugendlichen kenne, wisse auch, das man damit wieder mehr junge Erwachsene zwinge, das Auto zu benutzen, statt mit dem ÖPNV zu fahren.

Busverkehrsplanung beim Status von 2004

Jeder Kommunalpolitiker, der für bessere Nutzung des ÖPNV kämpfe, fühle sich angesichts solch misslungener Planungen vorgeführt, insbesondere, wenn er dann noch die Stellungnahme der RTV an das Regierungspräsidium lese, in dem das jetzige Verbindungsangebot mit dem von 2004 verglichen werde.

Verbesserungsvorschläge abgeblockt

Die Gesellschafterversammlung habe sich allen guten Argumenten verschlossen.Selbst zu einer geänderten Vertaktung einzelner Fahrten, z.B. durch den Verzicht auf die Fahrt um 21.00 Uhr zugunsten einer Nachtfahrt um 01.00 Uhr, sei man nicht bereit gewesen.

Keine nennenswerter Einspareffekt

Mit ihrem vermeintlichen Prestigeobjekt sei es RTV und ESWE gelungen, ein gutes bestehendes Angebot zu verschlimmbessern. Der RTV zähle dabei zu den Verlierern, denn selbst nennenswerte Einsparungen seien mit dieser Vereinbarung nicht zu erzielen. Der Einspareffekt betrage gerade einmal 2.000 € im Jahr.

Mehr Informationen auf dieser Internetseite.

 

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