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Idsteiner Land

Wem nutzt die Citybahn nach Bad Schwalbach? - Jährliche Millionenkosten für Idstein

Der FDP-Vorstand Idsteiner Land hat sich bei seiner letzten Sitzung eingehend mit dem Projekt der Verlängerung der für Wiesbaden geplanten Citybahn bis Bad Schwalbach auseinandergesetzt. „Dem Vorteil einer Schienenanbindung von Taunusstein-Hahn und Bleidenstadt stehen leider auch erhebliche Nachteile gegenüber,“ stellte der Vorsitzende der FDP-Idsteiner Land, Roland Hoffmann, fest.

OV-Idsteiner Land 2.2.2018 -

Die hohen Investitionskosten von ca. 130 Millionen Euro für den Streckenabschnitt im Rheingau-Taunus-Kreis würden zwar zu 85 % vom Bund und dem Land Hessen bezuschusst, so dass hier der Kreis nur einen Anteil von ca. 20 Millionen Euro aufzubringen habe. Dies seien aber auch Steuermittel, die von allen Steuerzahlern erbracht werden müssen.

Die Planungskosten von ca. 5 Millionen Euro müsse der RTK für seinen Abschnitt komplett selbst finanzieren. „Die größten Probleme bereiten uns aber die hohen jährlichen Zuschusskosten zum Betrieb der Bahn von ca. 8 bis 10 Millionen Euro, die unser Kreis und damit auch alle kreisangehörigen Kommunen künftig zu tragen haben. Derzeit bezuschusst der Kreis seinen gesamten Busverkehr nur mit ca. 4 Millionen Euro. Hier wird deutlich, dass die beiden in der Vergangenheit durchgeführten Kosten-Nutzen-Untersuchungen für den Streckenabschnitt jeweils keine ausreichende Rentabilität ergaben. Jetzt wurde mit dem Trick der einer Gesamtbetrachtung der Strecke von Mainz bis Bad Schwalbach der Kosten-Nutzen-Faktor in den positiven Bereich gemogelt,“ entrüstet sich Hoffmann über die derzeitige Verfahrensweise.

Allein für die Stadt Idstein entstünden über die nach Bau des Streckenabschnittes bis Bad Schwalbach zu tragende erhöhte Kreisumlage Kosten von zusätzlich 1,2-1,7 Millionen Euro jährlich. Für Hünstetten seien dies 400-600 Tausend € und für Waldems 220-300 Tausend € jährliche Zusatzbelastung. Diese Zahlen seien von Landrat Kilian auf Grund einer FDP-Anfrage im Kreistag unlängst genannt worden.
Bei Zusatzbelastungen in diesen Größenordnungen sei in allen Kommunen mit weiteren Grundsteuererhöhungen zu rechnen.
Erhebliche Probleme sehen die Liberalen auch beim Nutzen der geplanten Strecke in den Taunus.

So würden allein im Bereich Taunusstein acht derzeitige Bushaltestellen wegfallen und zu den Ortteilen müssten künftig Zubringerbusse nach Hahn oder Bleidenstadt geführt werden. In Bad Schwalbach entstehe durch die weite Entfernung zur Innenstadt das gleiche Problem.
Außerdem gelange man mit der Citybahn nicht wie jetzt mit den entsprechenden Buslinien direkt in die Innenstadt von Wiesbaden, sondern komme am Bahnhof an, der aber für viele Pendler nicht das Ziel sei.

„Wir bezweifeln, dass die Verlängerung der Citybahn nach Bad Schwalbach eine sinnvolle und zukunftsweisende Maßnahme ist und fordern alle kommunalpolitisch Verantwortlichen im Idsteiner Land auf, hier entgegen zu steuern. Schon die nahe Zukunft wird neue, wesentlich bessere und flexiblere Formen der Mobilität bringen. Heute schon können moderne Hybridbusse in den Innenstädten genauso lokal emissionsfrei unterwegs sein wie Straßenbahnen mit dem großen Vorteil der Streckenflexibilität und des nicht notwendigen aufwändigen Schienennetzes“ meint Hoffmann überzeugt.

 

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