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Oestrich-Winkel

FDP sieht Sanierung der „Metzgerkapelle“ im Ortsteil Bartholomä in Winkel dringend erforderlich

FDP-Fraktion in der Oestrich-Winkeler Stadtverordnetenversammlung beantragt Sanierung des kulturell einzigartigen Denkmals.

Metzger-Kapelle im Winkeler Ortsteil Bartholomä.

OV-Oestrich-Winkel 27.9.2018 -

Die aus dem Jahr 1665 stammende Kapelle am Ortsrand von Winkel ist ein fast vergessenes Kleinod, welches derzeit ehrenamtlich von der Anwohnerschaft gepflegt wird. „Schaut man sich den Zustand der Kapelle an, so muss man froh sein, dass Michael Schäfer, der sich für die Pflege der Kapelle verantwortlich zeichnet, nicht bereits die Lust hierzu verloren hat,“ konstatiert Björn Sommer, Fraktionsvorsitzender der FDP in der Oestrich-Winkeler Stadtverordnetenversammlung.

Nach einem gemeinsamen Ortstermin mit Bürgermeister Heil, dem stellvertretenden Winkeler Ortsvorsteher Hamm, Stadtverordnetenvorsteher Laube und Herrn Schäfer ist man sich einig, dass hier etwas geschehen muss. Sommer zeigt sich dankbar, dass Michael Schäfer auf ihn zugekommen ist und ihn über den Zustand der historischen Kapelle unterrichtete. „Genau das ist es, was unsere Gesellschaft braucht: Engagierte Bürgerinnen und Bürger, die auch im Kleinen Verantwortung übernehmen – denen nicht alles egal ist,“ freut sich Sommer über das Engagement von Michael Schäfer.

Die sich im Besitz der Stadt Oestrich-Winkel befindende Bartholomäus-Kapelle oder auch „Metzger-Kapelle“ ist im Bereich einer bereits früher dort situierten Kapelle errichtet worden. Der Legende nach soll ein Metzger aus Mittelheim an der alten Straße nach Geisenheim an dieser Stelle ein Versteck gefunden haben und dadurch vor räuberischen Übergriffen verschont geblieben sein. Zum Dank hat er diese Kapelle errichtet.

In den 60er Jahren hat die Brunnenmeisterschaft „St. Bartholomä“ in ehrenamtlicher Eigenleistung und durch Spenden die Kapelle freilegen können, nachdem sie über die Jahrhunderte hinweg teilweise verschüttet wurde. Eine Treppe und ein kleiner Vorplatz konnten angelegt werden. Die Innensanierung konnte damals mithilfe finanzieller Beteiligung der Kirchengemeinde durchgeführt werden.

Im Jahr 2001 wurde die Treppenanlage und der kleine Vorplatz trockengelegt und saniert. Die Pflege erfolgte seinerzeit ehrenamtlich durch die Brunnenmeisterschaft „Bartholomä“, heute insbesondere durch Herrn Michael Schäfer.

Bereits im Jahr 2004 wurde im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen der Zustand der Kapelle durch das Institut für Steinkonservierung untersucht. In diesem Zusammenhang wurde ein erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt. So war festzustellen, dass die Sandsteinbauten sowohl innen als auch außen deutliche Schäden aufgrund Witterungs- und Feuchteeinflüsse aufweisen. Aber auch weitere Teile der Kapelle bedürfen einer umfangreichen Sanierung. Damals war beabsichtigt, gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Stadt Oestrich-Winkel ein Sanierungskonzept zu erarbeiten und dieses auch umzusetzen. Hiervon ist uns zum Zeitpunkt der Antragsstellung nichts bekannt. (vgl. Schreiner, Ruth; „Ausscheller Nr. 19“)

Um auch künftigen Generationen einen Teil ureigener Winkeler Geschichte zu erhalten, muss in die Sanierung und denkmalgerechte Restaurierung investiert werden. Ganz offensichtlich ist hier ein Sanierungsstau erkennbar, der schnellstens zu beheben ist.

„Ich freue mich, bei unserem Koalitionspartner hier ein offenes Ohr gefunden zu haben. Gemeinsam werden wir die Angelegenheit in Form eines Antrages in die städtischen Gremien tragen“, schaut Sommer optimistisch in die Zukunft.

 

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