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Katja Suding MdB zu Besuch im Sankt Vincenzstift Aulhausen

„Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist unschätzbar wertvoll für die Region und die Menschen“, darin waren sich die Bundestagsabgeordnete Katja Suding, Landtagsabgeordneter Stefan Müller sowie Landtagskandidat Björn Sommer bei ihrem Besuch im Sankt Vincenzstift einig.

v.l.n.r.: Stefan Müller, Dr. Dr. Caspar Söling, Katja Suding, Andreas Kühn und Björn Sommer.

Kreisverband 1.10.2018 -

Im Zentrum des Informationsbesuchs in Aulhausen standen insbesondere innovative Konzepte, mit denen dort auf die Veränderungen in der Gesellschaft reagiert wird. Das Vincenzstift mit seiner mittlerweile 125jährigen Tradition sei auf einem sehr erfolgreichen Weg vom einstigen rein Sonderpädagogischen Zentrum hinein in das Zeitalter der Inklusion, so Dr. Caspar Söling, Sprecher der Geschäftsführung, der den Besuchern die Arbeit des Vincenzstifts in all seinen unterschiedlichen Ausprägungen erläuterte.

Wie erfolgreiche Inklusion in der Schule aussehen kann, verdeutlichte er am Beispiel der Vincenzschule, die 2012 als inklusive Grundschule eröffnet wurde: „Inklusion andersherum“, denn die auf eine lange Tradition als Förderschule zurückblickende Schule öffnete sich für nicht beeinträchtigte Kinder. Inzwischen findet in jeder Klasse der inklusiven Grundschule ein gemeinsamer Unterricht von zehn Kindern ohne Beeinträchtigungen und acht Kindern mit Beeinträchtigungen statt. Als Spezialisten für individualisierte Förderung arbeiten jeweils ein Grundschullehrer und ein Förderschullehrer mit den Kindern. Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katja Suding, zeigte sich sehr beeindruckt von dem inklusiven Ansatz der Arbeit, der hier umfassend gelebt werde.
Viele Regelschulen seien im Zusammenhang mit dem Thema Inklusion auf die damit verbundenen speziellen Herausforderungen nicht vorbereitet, da die individuelle Betreuung idealerweise auch spezielle Settings vor Ort benötige. Es gelte, mit Blick auf den Einzelnen, das jeweils passende Angebot zu finden oder zu schaffen, so Dr. Söling. Es bestand daher Einigkeit mit den Vertretern der Freien Demokraten, dass es auch weiterhin Förderschulen geben müsse, um auf die zum Teil sehr individuellen Bedürfnisse angemessen eingehen zu können.

Auch die Wohnangebote für Kinder und Jugendliche des Sankt Vincenzstifts sind ein „Best practice-Beispiel“ für gelebte Inklusion: Seit mittlerweile über zehn Jahren haben junge Menschen in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, in Wohngruppen innerhalb der Region zu leben, z. B. in Rüdesheim, Oestrich-Winkel oder Offenbach. Das Leben in den Kinderhäusern vor Ort und der Alltag „mittendrin“ bedeute für die Kinder wesentlich mehr soziale Teilhabe und Vernetzungsmöglichkeiten und fördere deren Chancen auf stetig wachsende Selbstständigkeit. Ein wichtiger Aspekt für die Vorbereitung auf das spätere Leben z. B. im Betreuten Wohnen.

Ein umfangreiches Bild von der intensiven Arbeit des Betreuungspersonals erhielten die Gäste beim Besuch in einer Wohngruppe männlicher Jugendlicher mit besonders auffälligen Verhaltensstörungen im Alter zwischen zwölf und 19 Jahre.
Insgesamt zeigten sich die Gäste beeindruckt vom persönlichen Einsatz der Mitarbeiter und deren Freude an der Tätigkeit.
Es sei wichtig, dass sich Einrichtungen wie das Vincenzstift ganz auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können, so Suding und Müller. Daher sei es Aufgabe der Politik, pragmatische Lösungen zu finden, um die Einrichtungen z. B. im Hinblick auf die wachsenden bürokratischen Anforderungen zu entlasten. Dafür werde man sich auch in Zukunft einsetzen.

 

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